| Der (Heiligen)Schein trügt |
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| Tuesday, 27 November 2007 09:24 |
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Mein älterer Sohn Jannik ist heute 5 Jahre, 11 Monate und 6 Tage alt. Und manchmal führt er sich auf wie ein Kleinkind; da kann man ihm noch so viel beteuern, wie groß er doch ist und wie toll er schon liest und sich die Schuhe selber schnürt. Aus dem Tob- und Jähzornalter scheint er noch nicht rausgewachsen zu sein, und langsam bezweifle ich, dass sich das noch groß ändern wird. Ein Beispiel: Gefahrenquelle Nummer eins für Eltern kleiner bis mittelgroßer Kinder ist sicherlich der Supermarkt. Denn spätestens dann wird uns klar, warum die Süßigkeiten an der Kasse gemeinhin auch als “Quängelware” bezeichnet wird. Aber dass ein bald sechsjähriges Kind sich deswegen auf den Boden schmeißt und in markerschütternder Lautstärke durch den ganzen Laden schreit, ist mir bis heute unverständlich. Ich habe Jannik in der Situation einfach gepackt, über die Schulter geworfen und bin mit ihm ins Parkhaus. Was soll ich sonst tun? Zurückbrüllen bringt genauso wenig wie Nachgeben. Die Palette seiner Tobsucht ist aber einiges breiter gefächert als das simple Sich-zu-Boden-Werfen. Wenn er daheim seinen Willen nicht bekommt, kann es auch sein, dass er Stühle umschmeißt, Kissen durch die Gegend feuert, mit Schmackes die Treppe hochtrampelt, damit sein kleiner Bruder auch tatsächlich aufwacht, Türe(n) zuwirft, uns lauthals als Fieslinge beschimpft und/oder dergleichen. Manchmal denke ich, wir haben ein verwöhntes Kind großgezogen, das gleich einen Anfall bekommt, sobald etwas nicht nach seinem - manchmal etwas dicken - Kopf geht. Ich sehe in diesen Situationen auch schon die Supernanny vor unserer Tür. Aber dann denke ich wieder, das ist normal und gehört zur gesunden kindlichen Entwicklung; erschwerend kommt wahrscheinlich bei ihm jetzt auch die Eifersucht auf seinen noch nicht einjährigen Bruder hinzu. Generell ist Jannik nämlich ein großartiger kleiner Junge. Er ist intelligent, gerissen, lacht viel und gerne, ist im richtigen Maß verschmust, kann schon so viele Sachen, auf die ich als Vater einfach nur stolz bin. Und wenn er abends von sich aus zu mir sagt: “Papa, ich hab dich lieb”, dann zerreißt es mich vor unbändigem Stolz. Da sieht man doch gerne über seine Macken hinweg… |
| Last Updated on Tuesday, 30 December 2008 22:53 |


