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Rauchverbotland PDF Print E-mail
Thursday, 07 August 2008 09:30

Ist das blöd! Da sitze ich in der gut gefüllten Kneipe am Vierertisch vor meinem Bier und die drei anderen Stühle sind leer. Sitze da wie bestellt und nicht abgeholt. Nicht, weil ich kontaktscheu wäre und niemanden gehabt hätte, der den Abend mit mir verbringen würde und auch nicht, weil ich den Tisch gegen unbekannte Platzsuchende verteidigt hätte. Ich habe nur den Fehler gemacht, mit drei Rauchern wegzugehen. Und die sind jetzt alle paar Minuten draußen vor der Tür, wärmen sich an dem Gasstrahler und haben Spaß. Draußen ist die Stimmung gut. Drinnen sitze ich.

So hatte ich mir das nicht vorgestellt mit dem Nichtraucherschutz. Klar war ich dafür gewesen. Hatte genug davon, bei jedem Kneipenbesuch spätestens ab halb elf mit tränenden Augen zu kämpfen und meine Klamotten anschließend komplett in den Wäschekorb werfen zu müssen. Und vom Thema Gesundheit fange ich jetzt gar nicht erst an.

Aber jetzt? Ein ständiges Kommen und Gehen. Spätestens nach zehn Minuten wieder nervöse Hektik, kollektive s Aufstehen und es kommt mir vor, als dürfe ich bei etwas ganz Tollem, was da draußen passiert, nicht dabei sein. Ich meine sogar, ein mitleidiges Lächeln dafür zu ernten, dass ich drin bleiben muss. Was laufen für Gespräche da draußen? Wieso habe ich am Ende des Abends das Gefühl, dass da eine Verbrüderung meiner Raucherfreunde mit anderen Rauchern stattfindet, mit der ich nichts zu tun habe?

Und ab halb elf tränen mir jetzt zwar nicht mehr die Augen, ich kann auch die gegenüberliegende Wand noch erkennen und es riecht nicht mehr nach Rauch. Aber dafür nach etwas anderem. Nach Mensch irgendwie - und das ist auch nicht immer angenehm.

Die Gesellschaft teilt sich auf, hört man. In Habenichtse und Besitzende. In Bürger und Migranten. Vor allem aber, denke ich, in Raucher und Nichtraucher. Warum haben wir das nicht wie erwachsene Menschen hingekriegt? Warum haben die Raucher so rücksichtslos alles voll gequalmt? Und warum waren wir Nichtraucher so entsetzlich pingelig und haben uns gleich militant und lautstark beschwert, nur weil der Wind im Biergarten Rauchschwaden vom Nachbartisch herüber geweht hat ? Jetzt haben wir den Salat und lassen unser Leben von Verboten bestimmen, die uns demnächst auch noch vorschreiben werden, beim Velofahren einen Helm zu tragen. Selbst das tu ich bereits freiwillig...

Last Updated on Monday, 29 December 2008 23:57